Stadtretter-Podcast #31

“Rebirth of City Retail: Digitale Sichtbarkeit für lebendige Innenstädte”

Hier ist Folge #31 für euch!

In dieser Folge sprechen wir mit Alexander Kleinzig darüber, wie lokaler Handel in Zeiten von E-Commerce, Social Commerce und Agentic Commerce wieder sichtbar werden kann. Am Beispiel aktueller Projekte in Österreich wird deutlich, warum digitale Sichtbarkeit längst kein Nice-to-have mehr ist, sondern zur Zukunftsfrage für Innenstädte wird.

Im Fokus steht die Idee von „Rebirth of City Retail“: keine klassische Online-Plattform, sondern eine digitale Infrastruktur, die zeigt, welche Produkte lokal verfügbar sind und Menschen wieder gezielt in die Stadt bringt. Von Pilotprojekten in der Steiermark über regionale Anbieter bis hin zur Retail Lounge in Graz zeigt sich, wie Handel, Produzenten und Aufenthaltsqualität neu zusammengedacht werden können.

Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern um Haltung: Wie stärken wir lokale Wertschöpfung? Wie verhindern wir, dass Kaufentscheidungen komplett an der Stadt vorbeilaufen? Und was müssen Kommunen und Händler jetzt tun, damit lokale Angebote auch in einer KI-geprägten Einkaufswelt sichtbar bleiben?

Ein spannender Blick nach Österreich, mit vielen praxisnahen Impulsen für alle, die Innenstädte lebendig halten und den lokalen Handel zukunftsfähig machen wollen.

Zum Nachlesen

Intro: Die Stadtretter – Der Podcast

Frank Rehme:

Ja, da gibt’s eine neue Folge des Stadtretter-Cast. Es ist wieder soweit und heute wieder mit einem Thema, was Innenstädte beflügelt – wie jede unserer Folgen.

Und ich habe hier in unserer Runde den Alexander Kleinzig und den Stefan Müller-Schleipen, der jedes Mal immer dabei ist. Stefan, muss ich dich überhaupt noch vorstellen?

Stefan Müller-Schleipen:

Nein, eigentlich nicht. Ich weiß es nicht. Es macht mir immer wieder Spaß, hier in dieser Runde zu sein, weil immer so viele tolle Neuigkeiten kommen.

Frank Rehme:

Ja, Gründer und Gesellschafter der Stadtretter, umtriebig unterwegs – und ich freue mich, dass wir heute ein bisschen über den Gartenzaun gucken.

Wir hatten letztes Mal ja einen Blick in die Schweiz und heute gucken wir mal in das schöne Österreich.

So, Alex, ein paar Worte zu dir.

Alexander Kleinzig:

Hallo, freut mich sehr. Vielen Dank für die Einladung an euch beide. Alexander Kleinzig aus dem schönen Österreich.

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Wir haben vor einigen Jahren gemeinsam mit der KNAPP AG ein Projekt gegründet – ein Automatisierer für viele große, namhafte Händler weltweit. Ziel war es, die Wiedergeburt des Stadthandels einzuleiten.

Das war alles nicht ganz so einfach. Wir sind immer noch dran, aber wir denken, dass wir eine Lösung haben, um den stationären Handel wieder zum Prosperieren zu bringen. Denn wenn es dem Handel schlecht geht, geht es auch der Stadt schlecht.

Frank Rehme:

Mein Name ist Frank Rehme, beschäftige mich seit vielen Jahren mit Handel und Stadtentwicklung und mache hier gemeinsam mit Stefan den Stadtretter-Cast.

Jetzt geht es um das Thema „Rebirth the City“. Wie kann diese Wiedergeburt der Stadt gelingen – möglichst ohne „Geburtszange“?

Alexander Kleinzig:

Wir wissen aus Studien, dass der E-Commerce bis 2040 weltweit rund 20 Billionen US-Dollar umsetzen wird.

Nach E-Commerce kam Social Commerce und jetzt kommt Agentic Commerce – also Shopping über KI-Agenten.

Das verändert unsere Städte massiv. Plattformen wie Amazon, Temu oder Shein liefern direkt – oft vorbei an der Stadt.

Allein in Österreich verlieren wir jedes Jahr rund 300.000 Quadratmeter Handelsfläche.

Deshalb braucht es Lösungen. Unser Ansatz:

Wir schaffen keine klassische E-Commerce-Plattform, sondern eine digitale Infrastruktur für die Stadt, die zeigt, was lokal verfügbar ist.

Frank Rehme:

Das Thema, den Warenbestand einer Stadt sichtbar zu machen, gab es schon oft – aber selten erfolgreich.

Ihr seid jetzt in der Praxis. Wie funktioniert das konkret?

Alexander Kleinzig:

Wir haben mit Pilotprojekten in der Steiermark gestartet – in Weiz, Sankt Marein und Graz.

Dort bringen wir Händler und Produzenten zusammen und machen ihre Produkte sichtbar.

Wichtig ist: Es geht nicht ums Versenden, sondern darum, Menschen wieder in die Stadt zu holen.

Wir nutzen bestehende Warenwirtschaftssysteme oder bieten einfache Lösungen für kleine Händler an.

Ein Händler kann in ein bis zwei Stunden seine ersten 100–200 Produkte digital sichtbar machen.

Stefan Müller-Schleipen:

Das heißt, ihr könnt sowohl große Händler als auch kleine Anbieter wie z. B. Direktvermarkter integrieren?

Alexander Kleinzig:

Genau. Unsere Plattform ist so gebaut, dass sie sowohl große Systeme als auch sehr einfache Lösungen abbilden kann.

Der entscheidende Punkt ist: Sichtbarkeit schützt den lokalen Handel.

Denn 75 % aller Kaufentscheidungen beginnen online.

Frank Rehme:

Ich sehe das ähnlich. Viele Händler sind noch nicht ausreichend digitalisiert.

Aber ein großes Thema ist die Echtzeit-Verfügbarkeit. Es bringt nichts, wenn etwas online angezeigt wird und im Laden nicht mehr verfügbar ist.

Alexander Kleinzig:

Absolut. Deshalb bieten wir auch einfache Systeme an, die genau das abbilden.

Unsere Erfahrung zeigt:

Selbst Produzenten und kleinere Betriebe kommen damit gut zurecht – und steigern ihre Umsätze.

Stefan Müller-Schleipen:

Was sind eure Erfahrungen aus den Pilotprojekten?

Alexander Kleinzig:

Sehr positiv.

In Graz haben wir z. B. eine Art „Retail Lounge“ geschaffen – eine Kombination aus Click & Collect, Aufenthaltsort und Gastronomie.

Dort sind rund 150–240 regionale Anbieter integriert.

Der Laden ist gut besucht, die Aufenthaltsqualität hoch – und genau das bringt Leben zurück in die Stadt.

Frank Rehme:

Das Thema Agentic Commerce wird in Zukunft noch wichtiger.

Wenn KI-Agenten Einkäufe übernehmen, müssen lokale Angebote dort sichtbar sein – sonst verlieren Städte weiter an Bedeutung.

Alexander Kleinzig:

Genau. Prognosen sagen, dass bis 2030 rund 25 % des E-Commerce über solche Systeme laufen könnte.

Wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren Städte weiter an Relevanz.

Unsere Mission ist klar: Lokale Wertschöpfung stärken und die Stadt wieder sichtbar machen.

Frank Rehme:

Wer Interesse hat, solche Lösungen in der eigenen Stadt umzusetzen, kann sich bei uns melden oder direkt mit Alexander vernetzen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Alexander Kleinzig:

Vielen Dank für die Einladung. Wir wollen etwas verändern – nachhaltig und gemeinsam.

Stefan Müller-Schleipen:

Danke dir, hat wie immer Spaß gemacht.

Frank Rehme:

Und nicht vergessen: Podcast abonnieren, teilen und weiterempfehlen. Danke euch!

Outro: Die Stadtretter – Der Podcast