Stadtretter-Podcast

Stadtretter-Podcast #29: Zielbild & Beteiligung – der Weg zur starken Innenstadt



Stadtretter-Podcast #29

“Zielbild & Beteiligung – der Weg zur starken Innenstadt”


Folge #29 ist raus!

In dieser Folge sprechen wir mit Ludwig Silbermann und Detlef Bernhart von Chateau Louis über die Zukunft der Innenstadt. Kernthema: Kommunen brauchen professionelle, moderne Kommunikation, um ein klares Zielbild zu entwickeln, sich stark zu positionieren und Stadtleistungen sichtbar zu machen.

Die Gäste bringen Marketing-Know-how statt klassischer Agenturlogik ein, mit Fokus auf Zielgruppen, Wirkung und Markenführung. Wichtig dabei: echte Bürgerbeteiligung, die Identifikation und Stadtbindung schafft (z. B. Wolfach). Gleichzeitig wurde deutlich, wie sehr knappe Haushalte und geringe Risikofreude die Umsetzung bremsen. Als Ansatz: alternative Finanzierungen und ein aktiver, guter Umgang mit Leerständen. Wie genau? Jetzt reinhören!



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Zum Nachlesen

Intro: Die Stadtretter – Der Podcast 

Fank Rehme:

Ja, und da haben wir wieder eine neue Folge unseres Stadtrettercasts – heute zu einem wirklich hochinteressanten Thema, nämlich: Wie entwickelt man eigentlich Innenstädte?

Und dazu habe ich natürlich erstmal wieder meinen Superpartner Stefan Müller-Schleipen hier mit am Mikrofon. Hallo Stefan, grüß dich.

Stefan Müller-Schleipen:

Hallo Frank, schön, dass ich heute wieder dabei sein darf.

Frank Rehme:

So, und wir sind heute sogar zu viert. Lasst euch überraschen, was da noch kommt. Diese vier Menschen beschäftigen sich alle mit dem gleichen Thema: Wie können wir Innenstädte, den urbanen Raum und vor allem den Lebensraum der Menschen verbessern?

Dazu haben wir uns heute Verstärkung geholt – nämlich Ludwig Silbermann und Detlev Bernhart von der Agentur Château Louis aus Ludwigsburg. Schön, dass ihr da seid.

Ludwig Silbermann:

Ja, hallo, herzlich willkommen lieber Stefan und lieber Frank.

Detlev Bernhart:

Hallo Frank, vielen Dank für deine Einleitung. Stefan, wir freuen uns sehr, heute Teil dieses Gesprächs zu sein.

Frank Rehme:

Freut mich sehr. Wie kam es eigentlich dazu, dass wir heute hier zusammenfinden?

Stefan Müller-Schleipen:

Wir haben uns auf der Kommunalmesse in Göttingen kennengelernt. Und es gibt nichts Schöneres als diese spontanen Begegnungen, bei denen man sofort merkt: Die ticken wie wir, die ticken wie unser Netzwerk. Und genau deshalb sitzen wir heute zusammen.

Frank Rehme:

Ihr habt die Agentur Château Louis – erklär mir bitte zuerst: Woher kommt eigentlich dieser Name?

Ludwig Silbermann:

Der Name ist ein klares Bekenntnis zu unserem Standort. Wir sitzen in Ludwigsburg, vor den Toren Stuttgarts. Château Louis ist im Grunde die französische Übersetzung von Ludwigsburg.

Frank Rehme:

Ah, jetzt ergibt alles Sinn.

[Agentur & Hintergrund]

Frank Rehme:

Ihr kommt ursprünglich aus der Werbe- und Marketingwelt. Wie war euer Weg hin zur Stadt- und Innenstadtentwicklung?

Ludwig Silbermann:

Detlev und ich sind klassische Marketingleute. Wir haben BWL studiert, mit Schwerpunkt Marketing, und viele Jahre in internationalen Großagenturen gearbeitet – unter anderem bei Ogilvy, BBDO und Leo Burnett.

Wir sind leidenschaftliche Werber, aber vor allem Strategen. Und genau dieses strategische Denken bringen wir heute in die Arbeit mit Kommunen ein.

Stefan Müller-Schleipen:

Das ist spannend, denn in der Stadtentwicklung kommen oft ganz andere Disziplinen zusammen – Geografen, Architekten, Stadtplaner. Ein klarer Marketingblick fehlt häufig.

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Ludwig Silbermann:

Ganz genau. Und dabei ist eine Innenstadt am Ende auch ein Produkt, eine Marke, die kommuniziert, positioniert und weiterentwickelt werden muss.

[Kommunikation & Wahrnehmung]

Detlev Bernhart:

Was wir immer wieder erleben: In Städten wird unglaublich viel Gutes geleistet – aber es wird viel zu wenig darüber gesprochen. Die Kommunikation hinkt der Realität hinterher.

Frank Rehme:

Das deckt sich total mit unseren Erfahrungen. Externe sagen oft: „Wow, ist das schön hier“ – während die eigenen Bürger vor allem das Negative sehen.

Stefan Müller-Schleipen:

Und trotzdem gibt es diese tiefe Verbundenheit zur eigenen Stadt. Das erleben wir in fast jeder Kommune.

Detlev Bernhart:

Deshalb starten wir fast immer mit Bürgerbefragungen. Und plötzlich zeigt sich: 70 bis 80 Prozent der Menschen sind eigentlich zufrieden oder sogar stolz auf ihre Stadt.

[Zielbilder & Umsetzung]

Frank Rehme:

Viele Städte haben Zielbilder – aber die landen dann in der Schublade. Wie sorgt ihr dafür, dass daraus echte Bewegung entsteht?

Ludwig Silbermann:

Indem wir direkt in die Umsetzung gehen. Wir entwickeln gemeinsam mit Verwaltung, Politik und relevanten Akteuren eine klare Strategie – und begleiten den Prozess.

Wichtig ist: Die Gruppe darf nicht zu groß sein. Am liebsten so groß, dass man noch gemeinsam eine Pizza essen kann.

Detlev Bernhart:

Und wir arbeiten sehr stark mit Workshops, die Spaß machen, Klarheit schaffen und Verantwortung verteilen.

[Partizipation & Bürgerbeteiligung]

Stefan Müller-Schleipen:

Partizipation ist ein riesiges Stichwort. Wie bindet ihr Bürger sinnvoll ein?

Detlev Bernhart:

Indem wir transparent kommunizieren, warum wir etwas tun, und die Menschen im richtigen Moment beteiligen. Dann entsteht Identifikation.

Ein Beispiel: In Wolfach haben wir eine Bürgerbefragung mit 110 Fragen durchgeführt – und 40 Prozent der Bürger haben teilgenommen. Das ist enorm.

[Politik, Mut & Finanzierung]

Frank Rehme:

Was ist mit politischen Hürden? Wahlen, Haushaltslagen, Risikoscheu?

Ludwig Silbermann:

Das erleben wir ständig. Aber unsere Erfahrung zeigt: Gerade in schwierigen Zeiten ist Kommunikation entscheidend.

Detlev Bernhart:

Wer auf Fördergelder wartet, hat oft schon verloren. Es gibt so viel Potenzial in der lokalen Wirtschaft – gerade im Hinblick auf Fachkräftebindung.

Stefan Müller-Schleipen:

Marketing wird in Kommunen oft als Kür gesehen – dabei ist es eigentlich Pflicht.

[Leerstand & Innenstadtbelebung]

Frank Rehme:

Ein großes Thema ist Leerstand. Was sind eure Erfahrungen?

Detlev Bernhart:

Wir haben in mehreren Städten gezeigt, dass man Leerstände aktiv und kreativ angehen kann – mit Wettbewerben, neuen Nutzungskonzepten und guter Kommunikation.

Ein Beispiel ist Albstadt, wo wir durch gezielte Maßnahmen mehrere zentrale Leerstände wiederbelebt haben.

Frank Rehme:

Zum Schluss: Wie kann man euch erreichen?

Ludwig Silbermann:

Ganz einfach über unsere Website chateau-louis.de oder direkt über uns – Ludwig Silbermann oder Detlev Bernhart.

Frank Rehme:

Vielen Dank für diesen spannenden Einblick. Viel Erfolg euch – und fette Beute für die Zukunft.

Detlev Bernhart:

Vielen Dank, hat großen Spaß gemacht.

Stefan Müller-Schleipen:

Danke euch beiden.

Frank Rehme:

Das war der Stadtrettercast. Bis zur nächsten Folge.

Frank Rehme: Ja, da ist wieder eine neue Folge des Stadtretter Podcast. Heute mit einem Thema, was wir schon öfters mal besprochen haben und zwar: Wie finde ich mich in meiner Stadt zurecht? Und da habe ich jetzt zwei Experten hier wieder am Telefon. Einmal den ja, ich sag mal, Podcast Dauergast, weil er eben halt auch Gründer der Stadtretter ist, den Stefan Müller-Schleipen und den Sascha Lübben von GO!LOCA. Ja, erst mal herzlichen Guten Morgen euch allen.

Stefan Müller-Schleipen: Guten Morgen, Frank. Wir freuen uns, dabei zu sein.

Sascha Lübben: Guten Morgen.

Frank Rehme: Ja und für die, die uns noch nicht kennen: Ich bin Frank Rehme, beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit dem Thema Handel und Innenstädte und begleite diesen Podcast jetzt schon von Anfang an. Und ich reiche mal gleich rüber an den Stefan, der auch genauso lange schon diesen Podcast hier mit begleitet.

Stefan Müller-Schleipen: Ja von Anfang an eigentlich. Guten Morgen, Frank. Ich bin Mitgründer des Stadtretter Netzwerks. Mittlerweile haben wir die 1400er Marke geknackt, also 1.400 Städte und Gemeinden, die sich bei uns engagieren und voneinander lernen wollen und immer gucken, was gibt es Neues im Bereich Digitalisierung, Innenstadt, Attraktivierung und und und. Und ich freue mich auf das Format heute.

Frank Rehme: Ja, dann gehen wir sofort weiter zum Sascha.

Sascha Lübben: Ja, schönen guten Morgen. Sascha Lübben von GO!LOCA. Ich freue mich auch sehr, dabei zu sein und die Möglichkeit zu haben, mich vorzustellen und meine Idee vorzustellen, um einfach den Handel und die Gastronomie in den Städten zu unterstützen.

Frank Rehme: So. Ja, wunderbar. Und da sind wir auch eigentlich auch schon beim Thema. Wir sehen ja in vielen Bereichen, dass genau diese Unterstützung an vielen Ecken ja auch gefragt ist. Und Sascha, dann berichte doch mal, was so dein Urinstinkt, dein ja, ich sag mal, dein Tipping Point war, wo du gesagt hast: Da muss ich jetzt was tun. Und wie du diese Idee weiterentwickelt hast? Und vor allen Dingen auch seit wann das Ganze so losgegangen ist?

Outro: Die Stadtretter – Der Podcast


Team Stadtretter

Wissenstransfer - Tools - Projekte Austauschen, adaptieren, voneinander lernen und in die gleiche Richtung gehen.

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