Von Passantenbefragungen über Food Trails bis zur Urban Street Modeshow. Eine mittelgroße Schweizer Stadt zeigt, wie datengetriebene Stadtentwicklung in der Praxis funktioniert.
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Für mehr Belebung in der Innenstadt ein tolles Beispiel!
“Olten braucht ein Citymanagement, das digital denkt und datenbasiert handelt. Genau das wollten wir von Anfang an aufbauen.” — Benjamin Pipa
Bevor irgendeine Maßnahme eingeführt wurde, hat das City Management Olten systematisch zugehört. Das Gottlieb Duttweiler Institut lieferte mit seiner Studie “Ausgebummelt” eine ernüchternde Grundlage: Einkaufen rangiert bei Freude und Bedeutsamkeit weit unten, ähnlich wie Hausarbeit. Eine klare Aufforderung, den Handel erlebbarer zu machen.
Die Ergebnisse waren erhellend: Sauberkeit und Gastronomie wurden gut bewertet, aber Erlebniswert, Vitalität und das Einzelhandelsangebot (besonders Bekleidung, Schuhe und Schmuck) lagen unter dem Ortsgrößendurchschnitt. Doch der eigentliche Aha-Moment: Das Angebot war eigentlich vorhanden, doch die Menschen kannten es schlicht nicht.
Ein Wahrnehmungsproblem, kein Angebotsproblem. Und als zentraler KPI wurde der Net Promoter Score definiert. Das Gefühl der Menschen widerspiegelt nicht immer die Realität. Aber es ist die Realität, in der sie entscheiden, ob sie kommen oder nicht. Darum ist Wahrnehmungsarbeit genauso wichtig wie Angebotsarbeit.
Parallel zu den Maßnahmen hat Olten die digitale Infrastruktur aufgebaut. Mit dem Tool LeAn® (einer Leerstands- und Ansiedlungsmanagementplattform) erfasst das City Management alle Gewerbeflächen der Innenstadt, verwaltet sie zentral und vermittelt aktiv. Ansiedlungswillige Unternehmen können über ein Gesuchsformular direkt Kontakt aufnehmen.
Künftig soll LeAn® auch von der Wirtschaftsförderung und weiteren Stadtabteilungen genutzt werden. Es ist ein erster Schritt hin zu einem vernetzten, stadtübergreifenden Datenmanagement.
Die Befragung zeigte: Olten fehlten Orte, wo man einfach verweilen, sich treffen und austauschen kann, ohne etwas konsumieren zu müssen. Als ersten Schritt wurde die Piazza Munzinger ins Leben gerufen: ein temporärer Begegnungsort mit wechselnden Gastgebern, kulturellen Impulsen und echter Aufenthaltsqualität.
Daraus wurden dauerhaft verteilte Sitzmöbel. Was als politischer Vorstoß begann, wurde zur dauerhaften Stadtaufwertung.
Seit dem 15. April 2026 gibt es Olten als Erlebnis zu entdecken: Der Food Trail verbindet Genuss, Bewegung und Stadterkundung. Teilnehmende kaufen einen Voucher, erhalten ein Rätsel und finden sich von Delikatessenladen zu Gastropoint, ein rund vierstündiges Programm durch die Altstadt.
Um das Wahrnehmungsproblem beim Modeangebot direkt anzugehen, wurde ein Erlebnistag entwickelt: 17 Läden auf engem Perimeter, verbunden durch einen Kilometer Flurtape als starkes visuelles Element. Das Herzstück war eine Stempelkartenaktion: 8 Stempel sammeln, an der Verlosung teilnehmen und das ohne Kaufzwang. Ein “Must-have-Stempel” sorgte dafür, dass auch weiter entfernte Läden besucht wurden.
Das Ergebnis: Menschen, die seit 30 Jahren in Olten wohnen, entdeckten Läden, die sie nicht kannten. Haute-Couture-Kundschaft betrat Secondhand-Shops. Hemmschwellen wurden nicht durch Werbung, sondern durch Erlebnisse abgebaut.
Fazit 2026: Von 17 Vorjahresläden sind 13 wieder dabei, ergänzt durch 6 neue Geschäfte. Das zeigt: Wenn Formate echten Nutzen bringen, kommen die Betriebe von selbst zurück.
Benjamin Pipa
City Manager Olten
+41 76 291 40 83
Citymanagement Olten
c/o Wirtschaftsförderung Region Olten
Frohburgstrasse 1
CH-4600 Olten
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